Der TÜV wird strenger - Neuregelungen ab Sommer 2012

Bereits seit dem Jahr 1951 trägt die unumgängliche Hauptuntersuchung (HU) dazu bei, Fahrzeuge mit groben Sicherheitsmängeln buchstäblich aus dem Verkehr zu ziehen. Wie die Sachverständigen der Dienstleistungsunternehmen DEKRA und TÜV Süd nun mitteilten, müssen sich Autofahrer ab dem 01. Juli 2012 auf einige gravierende Änderungen bei der selbigen einstellen. Welche wichtigen Punkte es fortan zu beachten gilt, haben wir für Sie im nachfolgenden Bericht zusammengefasst.

Rückdatierung der Hauptuntersuchung fällt gänzlich weg

Nach der am 30. April 2012 erfolgten Zusage des Bundesrats stehen der alle zwei Jahre erforderlichen Hauptuntersuchung bereits in Kürze umfangreiche Änderungen bevor.

Als eine der wichtigsten Neuerungen darf hierbei definitiv der Wegfall der Rückdatierung angesehen werden: Orientierte sich der Zeitpunkt für die nächste Hauptuntersuchung bislang am Fälligkeitsdatum, gilt ab Juli der tatsächliche HU-Termin, Prüfplaketten werden somit fortan nicht mehr rückdatiert. Fahrzeuge von Anwendern, die diesen festen Termin um mehr als zwei Monate überschreiten, werden einer deutlich strengeren Kontrolle unterzogen, neben höheren Kosten für den Check drohen zudem auch weiterhin empfindliche Geldbußen.

Innerhalb der meisten deutschen Bundesländer tritt der tatsächliche Wegfall der Rückdatierung erst mit der endgültigen Wirksamkeit sämtlicher angekündigten Änderungen ein, in Baden-Württemberg und Hessen ist diese Neuerung allerdings bereits zum jetzigen Zeitpunkt wirksam.

Schärfere Kontrollen der elektronischen Systeme

Ebenfalls neu: Während der Hauptuntersuchung macht der Prüfer eine Testfahrt mit dem Fahrzeug, um auf diesem Wege die elektronischen Systeme auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen. Neben einer gründlichen On Board Diagnose (Anschluss eines Messgerätes an die OBD-Schnittstelle) fährt der Prüfer das Fahrzeug mit einer Minimalgeschwindigkeit von mindestens 8 km/h, um somit Airbags, ESP, ABS oder Notbremsassistenten auf eine einwandfreie Funktion zu kontrollieren. Die neuartige elektronische Untersuchung wird schrittweise für alle Automobile eingeführt, die ab dem 01. Juli zugelassen werden.

Nach jeder durchgeführten Hauptuntersuchung erhalten Autofahrer in Zukunft zudem einen detaillierten Untersuchungsbericht in Form eines sogenannten "Mängelbaums", der deutliche Vorteile für den Fahrzeugnutzer beinhaltet: Dank einer eindeutig aufgezählten Mängelangabe innerhalb des Berichts erhält der Autofahrer die Möglichkeit, diese Angaben auf unkomplizierte Weise als Reparaturauftrag an die Werkstatt seines Vertrauens weiter zu reichen.

Eine gute Nachricht zum Schluss: Sämtliche neu eingeführten Änderungen tragen trotz eines deutlich höheren Arbeitsaufwandes der Prüfer nicht zu einer Verteuerung der Hauptuntersuchung bei.

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